Beschreibung

Wir berichten über einen Fall einer 43-jährigen Patientin, die von ihrem Allgemein- und Hausarzt an die stomatologische Konsultation überwiesen wurde, um eine 1-jährige Läsion auf der Zunge zu beobachten. Der Patient berichtete, dass die Läsion schmerzlos und langsam wachsend war.

Sie hatte keine relevante persönliche Vorgeschichte oder relevante übliche Medikation. Es gab keine Rauch- und / oder Alkoholgewohnheiten.

Die körperliche Untersuchung ergab eine feste, gut umschriebene weißliche Läsion von etwa 1,5 cm Durchmesser, die sich an der hinteren Grenze des mittleren Drittels des Zungenrückens befand (Abbildung 1).

Abbildung 1

Bild der Läsion.

So wurde eine Inzisionsbiopsie durchgeführt, deren histologische Untersuchung die Diagnose eines granulären Zelltumors (GCT) im dorsalen Bereich der Zunge ergab.

Aufgrund des Ergebnisses entschieden wir uns für eine Exzisionsbiopsie unter örtlicher Betäubung (Abbildung 2). Die makroskopische Probe hatte die Abmessungen von 1,5 × 0,9 × 0,4 cm, mit weißlicher Oberfläche. Die anatomopathologische Studie bestätigte die Diagnose einer GCT im dorsalen Bereich der Zunge und berichtete auch über eine submuköse Läsion, die aus der Proliferation polygonaler Zellen mit großkörnigem Zytoplasma besteht Periodsäure–Schiff (PAS +) und mit zentralem, ovalem und monotonem Kern. Es gab pseudoepitheliomatöse Hyperplasie (PH) der Auskleidung. In Bezug auf die immunhistochemische Analyse wiesen die Zellen eine markierte und diffuse Immunfärbung für S100-Protein auf (Abbildungen 3-5).

Abbildung 2

Exzisionsbiopsie.

Abbildung 3

H& E (100 × und 400 ×): Schlecht definierte Läsion, bestehend aus Blättern, die durch ein kollagenes Band getrennt sind. Zellen sind polygonal oder spindelförmig, mit reichlich vorhandenem und körnigem eosinophilem Zytoplasma und kleinen Kernen.

Abbildung 4

H& E (100 × und 400 ×): Schlecht definierte Läsion, bestehend aus Blättern, die durch ein kollagenes Band getrennt sind. Zellen sind polygonal oder spindelförmig, mit reichlich vorhandenem und körnigem eosinophilem Zytoplasma und kleinen Kernen.

Abbildung 5

Immunhistochemie S100 (100 ×): Läsionszellen, die diffuse Positivität für S100-Protein exprimieren.

In der postoperativen Phase entwickelte sich der Patient ohne Zwischenfälle. Es gibt keine Anzeichen für ein Wiederauftreten der Läsion 1 Jahr nach der Operation.

GCT ist ein ungewöhnliches gutartiges Neoplasma, das immer noch einige kontroverse Aspekte aufweist. GCT kann häufig in der Mundhöhle auftreten, insbesondere im vorderen Teil der Zunge.1 Auch als Abrikossoff-Tumor bekannt, ist charakteristisch asymptomatisch, mit langsamem Wachstum und wird oft versehentlich entdeckt. Es ist durch das Vorhandensein einer kleinen, gut definierten submukösen Knotenmasse von etwa 1-3 cm Größe von fester Konsistenz gekennzeichnet, die normalerweise von intakter Schleimhaut bedeckt ist.2 Die geschätzte Inzidenz oraler GCT beträgt ungefähr 1: 1.000 000 Einwohner pro Jahr. Es gibt keine ausgeprägten geografischen oder rassischen Unterschiede. Anscheinend gibt es keine Erklärung für die bekannte weibliche Vorliebe.2 Die diagnostische Hypothese lautete Fibrom, Lipom, Neurofibrom, Schwannom und GCT. Neurofibrom und Schwannom sollten die Hauptüberlegungen für Zungenverletzungen sein. Lipome und andere gutartige mesenchymale Neoplasmen können intraoral als asymptomatische Knötchen ähnlich der GCT auftreten. Traumatisches Fibrom ist eine häufige reaktive Läsion, die in die Differentialdiagnose einbezogen werden sollte.3

Die Persistenz des Vorhandenseins von S100-Protein (pathognomonischer Marker für periphere Nervenscheidentumoren) in Verbindung mit anatomischen Ähnlichkeiten mit peripheren Nervenfasern unterstützt diese Theorie. In diesem Fall zeigte die immunhistochemische Analyse eine positive Kette für Protein S100, die für die vorgeschlagene Diagnose als ausreichend erachtet wird4 (Abbildung 5). Das Phänomen des PH-Wertes ist bei anderen gutartigen Bindegewebstumoren ungewöhnlich, bei GCT jedoch häufig.1

Obwohl aggressive und bösartige Varianten dieses Neoplasmas beschrieben wurden, sind die meisten GCTs gutartig. Eine vollständige Exzision der Läsion ist aufgrund fehlender Kapsel möglicherweise nicht immer möglich. Daher ist es ratsam, eine Exzision mit ausreichender Sicherheitsmarge durchzuführen, um die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens zu verringern.

Lernpunkte

  • Die Bedeutung der Beziehung zwischen klinischen und histologischen und immunhistochemischen Aspekten, die alle für die korrekte Diagnose eines granulären Zelltumors (GCT) unerlässlich sind.

  • Die immunhistochemische Analyse ermöglicht es, das Wissen über die Ätiopathogenese der GCT sowie die mögliche Assoziation mit anderen Tumoren zu vertiefen.

  • Es ist möglich, einen korrekten medizinisch-chirurgischen Ansatz für diese Art von Verletzung durchzuführen.